PACKENDER FIGHT GEGEN DEN MEISTER

Ein Thema überstrahlte auch in der kW-RENT EISARENA bei Heimspiel der EXA IceFighters Leipzig gestern alle anderen. Die deutsche Nationalmannschaft hat Geschichte geschrieben. Nicht nur das Finale erreicht zu haben, sondern auch hier ganz kurz davor gewesen zu sein, einen weiteren Favoriten zu schlagen, das war extrem beeindruckend. Die Silbermedaille ist hochverdient und ganz Eishockeydeutschland ist stolz auf Marco Sturm und seine Mannschaft. Zu ihren Ehren erklang auch im „Eis-Zelt“ die Nationalhymne vor dem Spiel.

Und auch dieses Spiel hatte es in sich. Als Gegner reiste kein Geringerer als der designierte Meister der Oberliga Nord an – die Tilburg Trappers. Mit einer beinahe fehlerfreien Saison, in der sich die Holländer kaum eine Blöße gaben, bestätigen sie ihre Ambitionen und dürfen sich zum ersten Mal schon in der regulären Saison Meister nennen. So traten sie auch auf. Mit hohem Tempo, aggressivem Forechecking und hartem Körpereinsatz wollten sie unsere IceFighters in die Knie zwingen. Aber unsere Jungs hielten dagegen. Defensiv ließ man wenig gute Chancen zu und offensiv hatte man ab Mitte des ersten Drittels bessere Möglichkeiten. Geburtstagskind Niklas Hildebrand und Dominik Patocka hatten die Größte davon, waren aber zu verspielt. Kurz darauf waren die Holländer plötzlich ganz alleine vor „Keke“ Roßberg, der aber glänzend parierte. Danach verzog Stephan Tramm knapp. Zum Ende des ersten Drittels gab es dann die ersten Anzeichen dafür, dass dieses Spiel noch intensiver werden würde. Aber es ging erst einmal mit 0 – 0 in die Pause.

Anfangs der zweiten 20 Minuten waren es unsere IceFighters, die mehr vom Spiel hatten und mehr Chancen produzierten. Tilburg wehrte sich nun mit allen Mitteln, was öfters auch zu kleinen Handgemengen führte. Aber es artete auch nie aus, da unser Team sich sicher auch bewusst war, dass wir nur exakt 15 Spieler zur Verfügung hatten. Der Unparteiische ließ da leider keine klare Linie erkennen und stellte einfach immer zwei Spieler von beiden Teams raus. Aus der Strafbank kommend hatte Damian Schneider in der 28. Minute einen Alleingang. Leider verpasste er es, die zu diesem Zeitpunkt verdiente Führung zu erzielen. Danach gab es wieder Strafen gegen beide Mannschaften. Unverständnis machte sich da langsam breit. Aber die EXA IceFighters ließen sich nicht aus dem Rhythmus bringen. Erst eine Strafe gegen Leo Zink sorgte für Probleme. Das Penaltykilling klappte zwar sehr gut und ließ kaum etwas zu, aber direkt im Anschluss gelang Tilburg die Führung in der 37. Minute. Damit nicht genug. Erek Virch bekam noch eine zweifelhafte Strafe und nun trafen die Gäste auch in Überzahl. Das 2 – 0 aus Tilburger Sicht war gleichzeitig auch der Pausenstand.

Vor dem letzten Drittel hätten wohl die wenigsten Zuschauer noch an ein Comeback gegen diese starken Holländer geglaubt. Aber direkt mit dem Anpfiff gelang Antti Paavilainen in der 41. Minute der Anschlusstreffer zum 1 – 2. Danach ging es weiter intensiv zur Sache. Viele Unterbrechungen und kleine Scharmützel machten das Spiel ein bisschen langsamer und unansehnlicher. Aber unsere Jungs fanden als erste wieder zurück zum Spiel. Niklas Hildebrand hatte die große Chance zum Ausgleich. Der holländische Torhüter rettete stark. In der 57. Minute war er dann allerdings geschlagen. Damian Schneider traf zum völlig verdienten Ausgleich. In der Verlängerung waren es dann die Gäste, die die Entscheidung fällten. Schon nach 38 Sekunden trafen sie zum 2 – 3 und gewannen somit diese enge Partie. „Wir können stolz auf die Moral und den Einsatz unserer Jungs sein. Sie haben an diesem Wochenende gezeigt, dass sie bereit für die Playoffs sein wollen und werden. Gegen eine komplette Tilburger Mannschaft nach 0 – 2 nochmal so zurückzukommen verdient Respekt. Jetzt hoffen wir auf den ein oder anderen Rückkehrer in den nächsten Tagen und bereiten uns auf das Meisterrundenfinale vor“, meinte Coach Sven Gerike nach dem Spiel.